GRÜNDUNGS-WHITEPAPER

Blueprint für das Betriebssystem der deutschen Industrie

Version: 0.17 | Datum: 08.09.2025

TL;DR: Die Investment-These in 5 Punkten

  • 1.Markt & Problem: Wir adressieren die "Skalierungsfalle" der Industrie 4.0: Von den jährlich 10-40 Mrd. €, die in Deutschland in die Digitalisierung der Industrie investiert werden (Quelle: VDMA, PwC), scheitern 71% an der Skalierung und bleiben in Piloten oder Silos stecken (Quelle: Capgemini & Everest Group, 2024), was zu einem massiven Wertverlust führt.
  • 2.Lösung & Vision: Wir bauen das "zentrale Nervensystem" für die industrielle Wertschöpfung, basierend auf unserer einzigartigen Software-Defined Factory (SDF) Architektur.
  • 3.Geschäftsmodell: Wir de-risken den Markteintritt durch ein Cashflow-positives Assessment-Geschäft, das als Konversions-Motor für unser skalierbares Plattform-Produkt dient.
  • 4.Gründerteam: "Der Architekt & Der Baumeister" – eine seltene Kombination aus visionärer Technologie-Führung mit bewiesener Skalierungskompetenz von profitablen Unternehmen.
  • 5.Differenzierung: Im Gegensatz zu allen Wettbewerbern liefern wir kein Projekt, sondern bauen gemeinsam mit dem Kunden ein strategisches, proprietäres Technologie-Asset auf.

Executive Summary

Dieses Dokument ist das strategische und partnerschaftliche Fundament für die Gründung der Sodexus GmbH. Es hält die gemeinsame Vision, das Geschäftsmodell und die Regeln der Zusammenarbeit der Gründer fest.

Das Unternehmen adressiert das zentrale Problem der deutschen Fertigungsindustrie: die "Skalierungsfalle", in der über 70% aller Digitalisierungsinitiativen in isolierten Piloten stecken bleiben. Die Vision ist es, das "zentrale Nervensystem" für Kunden zu bauen und ihnen zu ermöglichen, die anerkannte CRISP-Vision (Connected, Resilient, Intelligent, Sustainable, People-Centric) zu realisieren.

Der einzigartige Lösungsansatz ist die Software-Defined Factory (SDF) Architektur, die als technologischer "Enabler" Hardware von Software entkoppelt und Silos überwindet. Der Markteintritt wird durch ein innovatives Geschäftsmodell de-risked, das mit einem standardisierten, vorausbezahlten "CRISP Maturity Assessment" beginnt, um Cashflow zu sichern und Co-Creation-Partnerschaften mit Leuchtturmkunden zu initialisieren.

Das Fundament für die Umsetzung bildet das Gründerteam. Es vereint in der Konstellation "Der Architekt & Der Baumeister" die seltene Synergie aus zwei sich ergänzenden, nachgewiesenen Fähigkeiten: Die Kompetenz, eine visionäre Technologie zu entwerfen und in komplexen Großorganisationen zu operationalisieren (Tammo Schwindt, CEO), trifft auf die bewiesene unternehmerische Erfahrung, daraus ein profitables, marktführendes Geschäft aufzubauen und nachhaltigen Unternehmenswert zu schaffen (Guido Wendt, CRO). Dieses Dokument definiert ihre komplementären Rollen und die Governance ihrer Partnerschaft als verbindliche Grundlage.

1. Vision, Mission & Wertversprechen – Der Nordstern

Die Vision (Das Warum)

Das Ziel ist die Schaffung des zentralen Nervensystems für die nächste Generation der deutschen Industrie. Eine intelligente, vernetzte und resilient agierende Wertschöpfung ist der Schlüssel, um die digitale Souveränität und Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern.

Die Mission (Das Wie)

Die Mission ist es, Kunden zu befähigen, ihre wertvollsten Daten aus starren Silos zu befreien und sie in eine einzige, intelligente Quelle der Wahrheit ("Single Source of Truth") zu verwandeln. Diese schafft die Grundlage für radikale Effizienz, neue Geschäftsmodelle und echte operative Resilienz.

1.1 Das Wertversprechen für die Fertigungsindustrie (Das Was)

Die Vision und Mission werden in ein konkretes, nutzenorientiertes Versprechen für die ersten Kunden übersetzt:

Für den Produktionsleiter, COO oder CDO, der nachts nicht schläft, weil...

...eine späte Designänderung aus der Produktentwicklung droht, die gesamte Wochenproduktion zu entwerten.
...fehlende Echtzeit-Daten aus der Lieferkette einen Linienstillstand verursachen, den Sie erst bemerken, wenn es zu spät ist.
...Ihnen die verwertbaren Daten aus dem Service fehlen, um ein Qualitätsproblem proaktiv an der Wurzel zu packen, bevor es teuer wird.

Wir helfen Ihnen, genau diese Silos aufzubrechen. Wir bauen mit Ihnen einen dynamischen digitalen Zwilling Ihres gesamten Wertstroms. Damit reagieren Sie nicht nur auf Probleme – Sie antizipieren sie. Sie können auf Störungen in der Lieferkette reagieren, bevor diese Ihre Fabrik erreichen, und die Time-to-Market für neue Produkte drastisch verkürzen.

Kurz gesagt: Sie managen nicht länger nur die Produktion – Sie orchestrieren souverän Ihre gesamte industrielle Wertschöpfung.

2. Strategische Grundlage & Positionierung

2.1 Der Status Quo: Die Skalierungsfalle der Industrie 4.0

Die Realität in den meisten deutschen Fabriken ist ernüchternd. Obwohl die deutsche Industrie jährlich zwischen 10 und 40 Milliarden Euro in "Industrie 4.0"-Initiativen investiert (Quelle: VDMA, PwC), wird ein Großteil dieses Kapitals ineffektiv eingesetzt. Eine Studie von Capgemini & Everest Group (2024) belegt, dass nur 5% der Unternehmen eine skalierte, unternehmensweite Digitalisierung erreicht haben. Eine überwältigende Mehrheit von 71% steckt in isolierten Pilotprojekten (46%) und abteilungsbezogenen Silo-Lösungen (25%) fest.

Das Ergebnis ist keine "Smart Factory", sondern eine chaotische Landschaft aus "digitalen Inseln in einem analogen Ozean". Diese Insellösungen verhindern Synergien, erhöhen die Komplexität und scheitern daran, echte, netzwerkweite Resilienz und Flexibilität zu schaffen. Das ist die Skalierungsfalle, die es zu durchbrechen gilt.

2.2 Der Lösungsansatz: Die Software-Defined Factory Architektur

Die Antwort auf die Skalierungsfalle ist ein fundamental neuer architektonischer Ansatz: Die Entkopplung von Hardware und Software. Der entscheidende Paradigmenwechsel liegt in der radikalen Entkopplung von physischer Hardware und software-definierter Funktion. Man kann es mit der Revolution durch das iPhone vergleichen: Vor dem App Store war die Funktion eines Telefons fest mit der Hardware verbunden. Durch die Entkopplung konnte eine Explosion an Innovation durch Apps von Drittanbietern entstehen. Wir übertragen dieses Prinzip auf die Fabrik: Die Maschine (Hardware) wird zu einer standardisierten Plattform, während ihre Fähigkeit (Software) flexibel orchestriert werden kann. Ein Roboter ist nicht mehr nur ein 'Schweiß-Roboter', sondern eine 'Bewegungs-Plattform', die heute schweißen, morgen kleben und übermorgen prüfen kann. **Das ist der Sprung von starrer Automatisierung zu fluider Orchestrierung.**

Die Referenzarchitektur ist die Blaupause, um aus isolierten Systemen ein integriertes, intelligentes Ganzes zu machen.

Die Fabrik als Nukleus der Wertschöpfung

Wir beginnen bewusst mit dem Konzept der "Software-Defined Factory", denn die Fabrik ist und bleibt der Nukleus, in dem digitale Pläne in physischen Wert umgesetzt werden. Hier sind die operativen Herausforderungen am größten und die Potenziale für Effizienzsteigerungen am schnellsten realisierbar. Unser Ansatz nutzt die Fabrik als den pragmatischen und wertschaffenden Einstiegspunkt, um die komplexesten Probleme unserer Kunden zu lösen.

Dies ist jedoch nur der erster Schritt. Unsere Architektur ist von Grund auf darauf ausgelegt, die Grenzen der Fabrikhallen zu sprengen. Nachdem wir das Herzstück der Wertschöpfung – die Produktion – flexibilisiert haben, weiten wir dieses Prinzip auf den gesamten Organismus aus. Das ultimative Ziel ist nicht nur die intelligente Fabrik, sondern der vollständig vernetzte und resilient agierende "Software-Defined Value Stream" – von der ersten Design-Idee im PLM-System bis zum Feedback der Maschine im Feld.

SDF Referenzarchitektur

3. INTELLIGENZ & ORCHESTRIERUNG

Business-Anwendungen, Simulationen, Dezentrale Ausführung

2. DIE ZENTRALE PLATTFORM (UNSER KERN-IP)

Abstraktionsschicht | Knowledge Graph | Data & AI Layer

1. PHYSIKALISCHE & VIRTUELLE EBENE

Multi-Purpose Hardware (OT) & IT-Systeme (PLM, SCM, ERP, MES)

Sie besteht aus drei Kernelementen:

  • 1. Physikalische & Virtuelle Ebene: Die Basis, die sowohl die physische OT-Hardware (Maschinen, Roboter) als auch die bestehenden IT-Systeme (PLM, SCM, ERP, MES) umfasst.
  • 2. Die zentrale Plattform (Unser Kern-IP): Eine Abstraktionsschicht, die Hardware und Software trennt. Sie integriert Daten aus allen Silos in einem zentralen Knowledge Graph und stellt sie über standardisierte Layer für Analysen und Anwendungen bereit.

    Man kann sich diesen Knowledge Graph vorstellen wie ein 'Google für die Fabrik': Er kennt nicht nur alle Daten (Maschinenzustand, Auftrag, 3D-Modell), sondern versteht auch deren Beziehungen zueinander. Statt Dokumente zu finden, beantwortet er komplexe Fragen wie: 'Welche Produktionsaufträge sind von der Designänderung an Bauteil XY betroffen und laufen gerade auf Maschinen, deren Wartungsstatus kritisch ist?'

  • 3. Intelligenz & Orchestrierung: Die Schicht, die eine dezentrale, aber harmonisierte Ausführung von Funktionen über den gesamten Wertstrom ermöglicht – vom Produkt über den Prozess bis zur Automation und Simulation.

Pragmatischer Umsetzungsfokus: Der "Value Stream Graph"

Um die Komplexität zu beherrschen und schnellsten Kundennutzen zu generieren, beginnt die Umsetzung nicht mit dem Aufbau eines allumfassenden Datenmodells. Der initiale Fokus liegt auf einem "Value Stream Graph". Dieser modelliert ausschließlich den Datenfluss, der zur Lösung eines einzigen, hochprofitablen und wertstromübergreifenden Problems des Leuchtturmkunden erforderlich ist.

Beispiel:

"Unser erster Value Stream Graph (VSG) für einen Automobilzulieferer modelliert den 'digitalen Faden' einer kritischen Designänderung: Von der Freigabe im PLM-System (z.B. Siemens Teamcenter) über die Aktualisierung des Produktionsauftrags im ERP (SAP S/4HANA) bis zur Anpassung der Roboter-Parameter in der Zelle (SPS-Ebene). Der ROI ist sofort messbar: Reduktion der Umstellungsfehler um 90%, Vermeidung von Ausschuss im Wert von X € pro Vorfall."

Begründung: Dieser 'Value Stream Graph'-Ansatz ist bewusst kein isoliertes Leuchtturm-Projekt, sondern der **Aufbau des ersten Wirbels für das digitale Rückgrat des Kunden.** Indem wir von Beginn an auf eine erweiterbare Graphen-Architektur setzen, stellen wir sicher, dass jede weitere Anbindung (z.B. aus der Logistik oder dem Qualitätsmanagement) nicht zu einer neuen Schnittstelle, sondern zu einer **Anreicherung des bestehenden, zentralen Wissensmodells** führt. Wir lösen ein spezifisches Problem, aber wir bauen die Lösung so, dass sie zur Keimzelle für das zentrale Nervensystem wird.

2.3 Der strategische Rahmen: Die CRISP-Vision als Zielbild

Der Ansatz ermöglicht die Umsetzung der führenden Branchenvision. Das von Dr. Gunter Beitinger (Siemens) entwickelte CRISP-Framework ist der international anerkannte Gold-Standard für das Management moderner Produktionsnetzwerke.

Connected
Resilient
Intelligent
Sustainable
People-Centric

Während CRISP das ZIELBILD definiert, liefert die Software-Defined Factory Architektur die entscheidende TECHNOLOGISCHE GRUNDLAGE, um dieses Ziel überhaupt erst zu erreichen. Wir positionieren uns als "Enabler" für die CRISP-Vision.

2.4 Die Wettbewerbsdifferenzierung

Keiner der bestehenden Marktteilnehmer bietet eine ganzheitliche Lösung, um die Skalierungsfalle zu überwinden und die CRISP-Vision zu realisieren. Ihre Geschäftsmodelle und Technologien haben strukturelle Schwächen, die gezielt adressiert werden.

Wettbewerber-Typ Stärken Schwächen & Die Chance für das Unternehmen
Globale Systemintegratoren (GSI) & Tech-Beratungen
(z.B. Accenture, Capgemini)
  • Exzellenter C-Level-Zugang
  • Bestehende Rahmenverträge
  • Fähigkeit, große Teams zu mobilisieren
  • Schwäche: Geschäftsmodell basiert auf dem Verkauf von Personenstunden ("Body-Leasing"), nicht auf dem Aufbau eines skalierbaren Kunden-Assets.
  • Chance: Das Angebot eines schlanken Elite-Teams, das gemeinsam mit dem Kunden ein Asset (die Plattform) aufbaut, das langfristigen Wert schafft und den Kunden unabhängiger macht.
Reine Strategieberatungen
(z.B. McKinsey, BCG)
  • Unübertroffener Zugang zur Vorstandsebene
  • Exzellente strategische Analysefähigkeiten
  • Schwäche: Keine Technologie- und Umsetzungskompetenz ("PowerPoint only").
  • Chance: Positionierung als "Walk the Talk"-Partner, der nicht nur die Strategie entwickelt, sondern gleichzeitig den technologischen Motor für ihre Umsetzung baut.
Industrie-Software-Giganten
(z.B. SAP, Siemens)
  • Massive, etablierte Kundenbasis
  • Leistungsstarke Lösungen für spezifische Domänen
  • Schwäche: Ihre Produkte sind oft die Ursache der Silos; monolithisch und schwer zu integrieren.
  • Chance: Positionierung als "Anti-Monolith" – eine flexible, offene Intelligenzschicht, die bestehende Systeme vernetzt und deren Wert erhöht, ohne "Rip-and-Replace".
Spezialisierte Boutique-Beratungen
  • Tiefes Fachwissen in einer Nische
  • Hohes Kundenvertrauen
  • Schwäche: Besitzen keine skalierbare Technologie-Kompetenz. Lösungen sind von einzelnen Experten abhängig.
  • Chance: Angebot einer Technologieplattform, um das Wissen dieser Experten zu skalieren und zu operationalisieren.

Der "Blue Ocean"

Das Unternehmen ist das einzige, das strategische C-Level-Transformationsberatung mit dem Aufbau eines co-kreierten, proprietären Technologie-Assets verbindet. Es wird nicht nur eine Analyse oder ein Projekt geliefert, sondern ein zukunftsfähiges Betriebssystem für die Wertschöpfung des Kunden.

Unser Burggraben (Defensible Moat)
  • Gründer-Synergie: Die einzigartige "Architekt & Baumeister"-Kombination ist in ihrer komplementären Expertise nicht kopierbar.
  • Geschwindigkeit & Fokus: Als unabhängiges Team sind wir frei von Konzern-Trägheit und können uns zu 100% auf die Lösung dieses einen Problems konzentrieren.
  • Proprietäres Daten-Asset: Mit jedem Kunden wächst unser "Value Stream Graph". Dieser Datenschatz führt zu Netzwerkeffekten und besseren KI-Modellen, die ein neuer Wettbewerber erst mühsam aufbauen muss.

2.5 Das Zeitfenster: Warum genau jetzt?

Drei unaufhaltbare Markttrends machen unsere Lösung nicht nur relevant, sondern existenziell notwendig:

  1. Kollabierende Lieferketten: Resilienz ist von einem 'Nice-to-have' zu einer Frage des Überlebens geworden. Unternehmen müssen wertstromübergreifend und in Echtzeit agieren können.
  2. Generative AI in der Produktion: KI benötigt saubere, vernetzte Daten als Treibstoff. Ohne ein zentrales, semantisches Daten-Fundament bleiben KI-Initiativen ineffektive Insellösungen. Wir liefern dieses Fundament.
  3. Ende der monolithischen Software: Kunden fordern offene, flexible Architekturen statt geschlossener Anbieter-Silos. Unsere offene Plattform-Architektur ist die Antwort auf diesen Paradigmenwechsel.

2.6 Unser initialer Fokus: Das ideale Kundenprofil (ICP)

Unser Markteintritt erfolgt nicht mit der Gießkanne, sondern mit einem präzisen Fokus auf die Unternehmen, bei denen unser Ansatz den schnellsten und größten Wertbeitrag liefert. Unser idealer erster Leuchtturmkunde erfüllt folgende Kriterien:

  • Branche: Discrete Manufacturing, insbesondere Automotive-Zulieferer oder Maschinen- & Anlagenbau.
  • Umsatzgröße: 500 Mio. € – 5 Mrd. €, um sicherzustellen, dass sowohl der strategische Leidensdruck als auch die Investitionsfähigkeit vorhanden sind.
  • Komplexität: Mindestens 3-5 Werke in unterschiedlichen Regionen, idealerweise mit heterogener IT/OT-Landschaft.
  • Strategischer Druck: Das Unternehmen steht vor einer konkreten Herausforderung (z.B. Umstellung auf E-Mobilität, hoher Resilienz-Druck durch Lieferketten-Probleme), die nicht mit bestehenden Silo-Lösungen gelöst werden kann.
  • System-Landschaft: Eine etablierte "Backbone"-Landschaft (z.B. SAP, Siemens PLM) ist vorhanden, deren Wert durch unsere Plattform signifikant gehebelt werden kann.

3. Das hybride Geschäftsmodell

3.1 Das Phasenmodell

Unser hybrides Geschäftsmodell ist explizit darauf ausgelegt, die klassische 'Dienstleistungsfalle' zu vermeiden. Jede Phase hat das primäre Ziel, die nächste, produkt-orientierte Phase zu finanzieren und mit realen Marktdaten zu validieren. Das Beratungsgeschäft ist kein Selbstzweck, sondern der **kapitaleffiziente Motor für den Aufbau eines skalierbaren Technologie-Assets.** Dieser Grundsatz wird durch unser 'Strategic Product Reinvestment Rate'-Prinzip (siehe 3.2) auch in der Governance fest verankert.

Die Entwicklung des Unternehmens folgt einem klaren, sequenziellen Plan. Er kombiniert die Generierung von Cashflow und wertvollen Kundendaten mit einem disziplinierten Vorgehen zum Aufbau eines skalierbaren Produkts.

PHASE 1 (JAHRE 1-2)

Markteintritt & Validierung

Der Start erfolgt mit einem hochstandardisierten, zweistufigen Beratungsangebot, das als Konversions-Motor dient:

  1. "CRISP Maturity Assessment" (Festpreis): Ein Assessment, das den Reifegrad misst, Silo-Probleme identifiziert und den Business Case quantifiziert.
  2. "SDF Blueprint & Roadmap" (Folgeprojekt): Entwicklung einer konkreten Lösungs-Blaupause.
Beide Angebote werden mit 100% Vorauskasse verkauft, um Liquidität zu sichern. Physische Anlagenanbindung wird über ein standardisiertes "Brownfield Connectivity Kit" an einen strategischen OT/IIoT-Partner ausgelagert, um den Fokus auf die Software zu gewährleisten.

PHASE 2 (JAHRE 1-3)

Co-Creation

Entwicklung von 2-3 großen, mehrjährigen Co-Creation-Partnerschaften zum Bau der ersten, realweltlich validierten Plattform-Version mit Leuchtturmkunden.

PHASE 3 (JAHRE 2-4)

Plattform-Abstraktion

Ein dediziertes "Plattform-Team" abstrahiert die kundenspezifischen Lösungen in eine generische Kernplattform – die "Enterprise Knowledge Fabric".

PHASE 4 (JAHR 3+)

Produktisierung

Beginn des Verkaufs der Plattform als lizenziertes Produkt (SaaS/Subskription) und Prüfung von Venture Spin-Offs für spezifische Branchenlösungen.

3.2 "Strategic Product Reinvestment Rate (SPRR)" – Das Investitionsprinzip

Die Gründer verpflichten sich vertraglich, 25% aller Umsätze aus dem Co-Creation-Geschäft (Phase 2) als unantastbare "Strategic Product Reinvestment Rate (SPRR)" in ein separates Budget für das Plattform-Team (Phase 3) zu reinvestieren.

Begründung: Dieser Mechanismus ist die Lebensversicherung für die langfristige Vision. Er ist eine nicht verhandelbare Governance-Leitplanke, die sicherstellt, dass die Produktentwicklung nicht den kurzfristigen Umsatzanforderungen des Tagesgeschäfts geopfert wird. Dies ist der entscheidende Hebel, um die "Dienstleistungsfalle" zu vermeiden.

Kommerzieller Puffer zur Sicherung der Resilienz

Um die Abhängigkeit von wenigen, großen Co-Creation-Projekten zu reduzieren, wird ein standardisiertes Service-Angebot entwickelt: "Silo-Busting-as-a-Service". Dieses Angebot fokussiert auf die Implementierung und den Betrieb einer Datenbrücke zwischen genau zwei Systemen (z.B. SAP & MES) zu einem festen monatlichen Preis. Es generiert planbare, wiederkehrende Umsätze und sichert den Cashflow, während strategische Großprojekte verhandelt werden.

3.3 Das Shopfloor Enablement Playbook – Das 'P' in CRISP

Die größte Hürde für den Erfolg von Industrie 4.0 ist nicht die Technologie, sondern deren Adaption durch die Menschen, die täglich damit arbeiten müssen. Unser 'Shopfloor Enablement Playbook' ist daher **kein optionales Change-Management-Add-on, sondern ein integraler, nicht verhandelbarer Bestandteil unseres Produkts.** Es ist die 'User Adoption'-Schnittstelle unserer Plattform und der entscheidende Mechanismus, um das Risiko des Scheiterns am Faktor Mensch zu eliminieren und das 'P' (People-Centric) der CRISP-Vision mit Leben zu füllen.

  • Das "Works Council Engagement Module"

    Proaktiver Workshop mit dem Betriebsrat, um ihn als Partner für die menschenzentrierte Transformation zu gewinnen und die Initiative als Werkzeug zur Qualifizierung und Entlastung zu positionieren.

  • Der "Gemba Walk 4.0"

    Gemeinsam mit Meistern und Werkern an die Linie gehen. Die zentrale Frage: "Wo wartest Du auf welche Information, um Deinen Job besser zu machen?" Das schafft Vertrauen und liefert entscheidende Insights.

  • Das "Leuchtturmwärter-Programm"

    Identifizierung und Schulung von 1-2 technikaffinen, respektierten Multiplikatoren in jeder Abteilung. Sie agieren als Brücke zwischen Technologie und Werker-Realität.

  • Der "Cockpit Co-Creation Workshop"

    Entwicklung von Dashboards und Interfaces *mit* den Anwendern, nicht *für* sie. Die Frage an den Schichtleiter: "Welche 5 Kennzahlen brauchst du, um die nächsten 60 Minuten zu überleben?".

3.4 Das IP-Modell: Das "Open Core"-Prinzip

Wir verfolgen ein "Open Core"-Modell, um eine Balance zwischen Marktakzeptanz und einem verteidigungsfähigen Geschäftsmodell zu schaffen:

  • Open-Source-Kern: Die Kern-Engine des Wissensgraphen und grundlegende Datenkonnektoren sind Open Source. Dies löst IP-Bedenken bei Kunden und fördert die Akzeptanz.
  • Proprietäre Enterprise-Schicht: Wir entwickeln und verkaufen eine lizenzierte "Enterprise Edition", die für Großunternehmen entscheidende Funktionen enthält: erweiterte Sicherheit, Data-Governance-Tools, Hochverfügbarkeits-Clustering und Premium-Konnektoren.

4. Das Gründer-Fundament: Partnerschaft, Anteile & Governance

4.1 Rollenverteilung & Gründer-Narrativ: "Der Architekt & Der Baumeister"

Die Partnerschaft basiert auf komplementären Stärken, die im Narrativ "Der Architekt & Der Baumeister" zusammengefasst werden. Der Architekt entwirft die Blaupause für ein visionäres, skalierbares Unternehmen; der Baumeister errichtet auf diesem Fundament eine profitable, marktführende Organisation.

Tammo Schwindt (CEO)

Der Architekt

1. Vision & Produkt-Architektur

Bringt als Vordenker der "Software-Defined Factory" die technologische Vision und das Kern-IP ein. Gestaltet das Produkt als skalierbares, verteidigungsfähiges Asset.

2. Organisation & Skalierung

Baut die interne "Maschine": das Betriebssystem, die Kultur und die Talentdichte, um technologische Exzellenz in Serie zu produzieren und komplexe Großprojekte zu meistern.

3. Strategie & Kapital

Definiert die langfristige Unternehmensstrategie und sichert die notwendigen Ressourcen (Kapital, Talent), um den Unternehmenswert systematisch aufzubauen.

Guido Wendt (CRO)

Der Baumeister

1. Geschäftsmodell & Wertrealisierung

Bringt die nachgewiesene Erfahrung ein, aus einer Vision ein profitables Geschäftsmodell zu formen, dessen Wert in einem erfolgreichen Exit realisiert wurde.

2. Kommerzialisierung & Go-to-Market

Baut die externe "Maschine": die "Revenue Engine" mit Vertrieb, Marketing, P&L-Verantwortung und einem skalierbaren Delivery-Modell für nachhaltiges Wachstum.

3. Marktzugang & Ökosystem

Öffnet den Markt durch sein C-Level-Netzwerk, sichert die strategischen Leuchtturmkunden und baut das Partner-Ökosystem auf, das die Strategie Realität werden lässt.

4.2 Die rechtliche Unternehmensstruktur

Prinzip: Rein deutsche, steueroptimierte Doppel-Holding-Struktur

Deutsche Doppel-Holding-Struktur

Zeus Holding GmbH i.G.

(Gesellschafter: T. Schwindt)

Diane Beteiligungsges. mbH

(Gesellschafter: G. Wendt)

zeichnen je 50% des Stammkapitals ▼

Sodexus GmbH i.G.

(Beratung, IP-Entwicklung, Mitarbeiter)

Detaillierte Begründung der Struktur:
  • Maximale Steuereffizienz beim Exit: Veräußerungsgewinne fließen zu ca. 95% steuerfrei in die jeweilige Holding (effektive Steuerlast ca. 1,5%).
  • Umfassender Haftungsschutz: Das operative Risiko ist auf die GmbH beschränkt.
  • Flexibilität und Unabhängigkeit: Jeder Gründer entscheidet über seine Holding unabhängig.
  • Professioneller Standard: Die Struktur signalisiert finanzielle und rechtliche Weitsicht.
Reflexion: Internationale vs. Deutsche Gesellschaftstruktur

Schlussfolgerung: Eine rein deutsche Struktur ist in der Gründungsphase überlegen.

Eine Prüfung internationaler Standorte hat ergeben, dass die Nachteile und Risiken die potenziellen Vorteile in der aktuellen Phase deutlich überwiegen. Hauptgründe gegen eine Auslandsgründung zum jetzigen Zeitpunkt:

  • Deutsches Betriebsstättenrisiko: Da die Geschäftsleitung in Deutschland sitzt, würde eine Auslandsgesellschaft hier voll steuerpflichtig.
  • Deutsche Hinzurechnungsbesteuerung (AStG): Passive Einkünfte (z.B. Lizenzen) würden den deutschen Gesellschaftern direkt zugerechnet und hier besteuert.
  • Hohe Substanz- und Kostenanforderungen: Eine steuerliche Anerkennung erfordert echte Substanz im Ausland, was dem Bootstrapping-Ansatz widerspricht.

4.3 Anteilsverteilung: Das dynamische Zeit- & Meilenstein-Vesting

Grundprinzip: Start auf Augenhöhe, finale Anteile werden durch Leistung verdient

Die Gründer starten mit einer formalen 50/50-Beteiligung, was maximales Vertrauen signalisiert. Die finale, wirtschaftliche Anteilsverteilung wird jedoch dynamisch über die ersten Jahre durch das Erreichen von klar definierten, komplementären Meilensteinen festgelegt.

Juristische Mechanik & Weitere Regelungen

  1. Gründung (Tag 1): Beide Gründer-Holdings zeichnen je 50% des Stammkapitals.
  2. Definition im Gesellschaftervertrag (SHA): Der SHA definiert S.M.A.R.T.-Meilensteine und legt fest, dass bei Erreichen ein Anspruch auf die Ausgabe neuer Anteile zum Nennwert entsteht.
  3. Meilenstein-Erreichung: Nach formaler Feststellung sind beide Gründer zur Zustimmung zu einer Kapitalerhöhung verpflichtet.
  4. Ausgabe neuer Anteile: Der erfolgreiche Gründer hat das alleinige Bezugsrecht.
  5. Ergebnis (Verwässerung): Durch die Erhöhung der Gesamtanzahl der Anteile sinkt der prozentuale Anteil des anderen Gründers.

Kombination mit Zeit-Vesting: Alle Anteile (sowohl anfängliche als auch durch Meilensteine verdiente) unterliegen einem Standard-Zeit-Vesting über 4 Jahre mit einem 1-Jahres-Cliff. Dies sichert das langfristige Commitment.

Nicht erreichte Meilensteine: Anteile, deren Meilensteine nicht erreicht werden, fließen in einen Pool für zukünftige Mitarbeiterbeteiligungen (ESOP). Dies sichert Fairness und kommt dem Unternehmen als Ganzes zugute.

Beispielhafte, rollenspezifische Meilensteine als Diskussionsvorlage

Die folgende Tabelle skizziert beispielhafte, komplementäre Wertbeiträge. Diese dienen als Grundlage für die im Workshop (siehe Sektion 7.2) zu definierenden, S.M.A.R.T.-formulierten Meilensteine für das dynamische Vesting.

Rolle Strategische Meilensteine (Fokus: De-Risking)
Tammo Schwindt (CEO)
Fokus: Skalierbares Asset aufbauen.
  • T1 (Technology De-Risking): Wiederverwendung der Kernarchitektur bei <30% Mehraufwand.
  • T2 (Product De-Risking): "Low-touch" Go-Live eines neuen Kunden.
  • T3 (Scaling De-Risking): Onboarding neuer Teams in <4 Wochen bei >60% Deckungsbeitrag.
Guido Wendt (CRO)
Fokus: Geschäftsmodell validieren.
  • G1 (Market De-Risking): Konversionsrate Assessment -> Blueprint >60%.
  • G2 (Commercial De-Risking): Abschluss eines >1,5 Mio. € Co-Creation-Projekts.
  • G3 (Sales De-Risking): Reduzierung des Sales-Cycle von 6 auf <3 Monate.

4.4 Entscheidungsfindung & Governance

Die asymmetrischen CEO-Rechte (Tie-Breaker)

Bei einem Patt in der Gesellschafterversammlung hat die Stimme des CEO (T. Schwindt) den Ausschlag, jedoch ausschließlich bei Beschlüssen über die strategische Produkt-Roadmap und die Allokation des F&E-Budgets (inkl. der 'SPRR').

Zweck: Diese Regelung ist die ultimative **Governance-Leitplanke gegen die 'Dienstleistungsfalle'.** Sie stellt sicher, dass die strategische Notwendigkeit des Produkt-Aufbaus im Zweifelsfall immer Vorrang vor kurzfristigen Umsatz-Opportunitäten aus reinen Dienstleistungsprojekten hat. Es ist der vertragliche Schutz für unser oberstes Arbeitsprinzip: 'Produkt vor Projekt'.

Weitere wesentliche Vertragsmechanismen im SHA

MechanismusBeschreibung & Zweck
IP-EinbringungDie vor der Gründung entstandenen Kernkonzepte werden rechtssicher in das Unternehmen eingebracht. Zweck: Klare Zuordnung des fundamentalen geistigen Eigentums.
Leaver-KlauselnKlare Definition von "Good Leaver" und "Bad Leaver" regeln die Konditionen des Anteilsverkaufs. Zweck: Fairness und Schutz des Unternehmens.
Mitverkaufsrecht (Tag-Along)Verkauft ein Gesellschafter seine Anteile, hat der andere das Recht, seine Anteile zu denselben Konditionen mitzuverkaufen. Zweck: Schutz des Einzelnen vor einem unerwünschten neuen Partner.
Mitverkaufspflicht (Drag-Along)Stimmt eine definierte Mehrheit einem Verkauf der gesamten Firma zu, müssen alle anderen Gesellschafter mitverkaufen. Zweck: Sicherstellung der Handlungs- und Verkaufsfähigkeit des Gesamtunternehmens.

5. Strategischer Rahmen für externe Partner

5.1 Grundprinzipien

Für die Einbindung externer strategischer Berater (wie Gunter Beitinger) wird ein standardisierter, professioneller Rahmen geschaffen:

  • Keine direkten GmbH-Anteile: Berater ohne operatives Vollzeit-Commitment erhalten keine direkten Anteile.
  • Skalierbares "Advisory Board"-Modell: Es wird eine Struktur geschaffen, die es erlaubt, mehrere Berater nach einem einheitlichen Modell anzubinden.
  • Leistungsorientierte Vergütung: Die Vergütung wird an den zukünftigen, messbaren Beitrag gekoppelt.

5.2 Empfohlenes Modell: Virtuelle Anteile (Phantom Stocks / VSOP)

Dies ist die bevorzugte Methode, um strategische Berater langfristig zu incentivieren, ohne die Kontrolle abzugeben oder den Cap Table zu verkomplizieren.

AspektBeschreibung
Was sind Phantom Stocks?Ein vertraglicher Bonus-Anspruch, der den Berater im Falle eines Exits so stellt, als ob er echte Anteile besäße.
Typische GrößenordnungZwischen 0,5% und 2,0% pro strategischem Berater, abhängig von der Intensität der Zusammenarbeit.
VestingDie virtuellen Anteile unterliegen einem klaren Zeit- und/oder Meilenstein-Vesting (z.B. über 2 Jahre).
VorteilePerfektes Anreiz-Alignment, keine Gesellschafterrechte, sauberer Cap Table für Investoren.

5.3 Vorgeschlagenes Lizenz- & Kooperationsmodell für CRISP

Grundsatz: Die Abhängigkeit von externem IP (CRISP-Methode) ohne klare vertragliche Grundlage stellt ein Geschäftsrisiko dar. Um dieses zu eliminieren, wird das folgende Modell als Basis für einen Letter of Intent (LoI) vorgeschlagen.

Stufe Beschreibung Vorgeschlagene Konditionen
1: "CRISP-Referenced" Das Recht, darauf zu verweisen, dass die SDF-Architektur ein "Enabler der CRISP-Prinzipien" ist. Jährliche Lizenzgebühr. Jährlicher Strategie-Workshop.
2: "CRISP-Certified" Das Recht, explizit ein "CRISP Maturity Assessment" zu verkaufen und durchzuführen. Zertifizierung der Berater. Umsatzbasierte Lizenzgebühr pro Assessment.
3: "CRISP Co-Development" Partnerschaft zur gemeinsamen Entwicklung eines spezifischen, vermarktbaren Moduls. Separates Entwicklungs- und Revenue-Sharing-Abkommen.
4: "CRISP-Inside / Joint Venture" Langfristiges Ziel einer gemeinsamen Gesellschaft oder eines Revenue-Share-Modells, in dem die SDF-Plattform der offizielle, empfohlene Technologie-Stack für die CRISP-Implementierung wird. Exklusivität, gemeinsames Branding. Schafft einen unfairen Wettbewerbsvorteil.

Risikominimierung & Alternativen

Sollte eine formale 'CRISP'-Lizenzierung nicht zustande kommen, bleibt unser Wertversprechen unberührt. Die SDF-Architektur ist der technologische Enabler, um die *Prinzipien* von Vernetzung, Resilienz etc. umzusetzen. Wir würden unser Assessment dann als 'Sodexus Maturity Assessment' auf Basis dieser öffentlich anerkannten Prinzipien vermarkten und unsere Glaubwürdigkeit durch die Einstellung ehemaliger Produktionsleiter und die Ergebnisse bei Leuchtturmkunden untermauern.

6. Die Kulturelle DNA – Wie das Unternehmen arbeitet

6.1 Unsere Arbeitsprinzipien

Diese Prinzipien leiten Entscheidungen, Handeln und die Auswahl von Mitarbeitern.

  • Produkt vor Projekt

    Projekte werden genutzt, um das Produkt zu bauen, nicht umgekehrt. Jedes Mandat muss uns der Produktvision näherbringen.

  • Kunden-besessen, nicht -getrieben

    Wir verstehen das tiefe, ungelöste Problem des Kunden, statt nur Wünsche zu erfüllen. "Nein" zu Features, die nicht zur Vision passen, ist zentral.

  • Vom Werker lernen, für den Werker bauen

    Die besten Einblicke kommen vom Shopfloor. Wir etablieren eine Kultur des Zuhörens und der Co-Creation mit den Menschen, die die Wertschöpfung betreiben.

  • Elitäres Team statt großer Apparat

    Wir stellen ausschließlich unternehmerisch denkende "Spielertrainer" ein und optimieren auf Talentdichte, nicht auf Mitarbeiterzahl.

  • Bootstrapping mit Ambition

    Wir agieren finanzdiszipliniert, investieren aber mutig in die Produktvision, finanziert durch Gewinne aus dem Beratungsgeschäft.

  • Befähiger statt Umsetzer

    Wir agieren als Coaches, die den Kunden befähigen, die Plattform selbst zu nutzen. Wir bauen ein Produkt, das unabhängig macht, nicht beschäftigt.

Unser kultureller Anker: Die erste strategische Einstellung

Die erste strategische Einstellung wird ein ehemaliger Produktions- oder Werkleiter sein. Diese Person agiert als "kultureller Übersetzer", Glaubwürdigkeits-Anker und Garant für die Akzeptanz am Shopfloor. Diese Entscheidung untermauert das Prinzip "Vom Werker lernen, für den Werker bauen".

7. Operativer Fahrplan & Nächste Schritte

7.1 Meilensteinplan & Finanzielle Projektion

QuartalFokusMessbares Ergebnis
Q4 2025 Phase 0: Strategische Vorbereitung
  • Dieses Gründungs-Whitepaper ist finalisiert und von beiden Gründern verabschiedet.
  • Der Gesellschaftervertrag (SHA) ist final verhandelt.
  • Das Pitch-Deck für erste, informelle C-Level-Gespräche ist erstellt.
  • Der rechtliche Gründungsprozess ist vorbereitet (Notartermin geplant).
Q1 2026 Phase 1: Gründung & Pipeline-Aufbau
  • Die Sodexus GmbH ist rechtlich gegründet (i.G. bzw. eingetragen).
  • Die operativen Grundlagen (Bankkonto, etc.) sind geschaffen.
  • Guido Wendt hat eine qualifizierte Pipeline von 5-10 potenziellen Erstkunden aufgebaut.
  • Detaillierte Angebotsunterlagen für das "CRISP Assessment" sind final.
Q2 2026 Phase 2: Markteintritt & Validierung
  • Offizieller operativer Start mit beiden Gründern in Vollzeit.
  • 2-3 "CRISP Maturity Assessments" (mit 100% Vorauskasse) sind verkauft.
  • Das Go-to-Market-Modell ist im Markt validiert.
Q3 2026 Phase 3: Lieferung & Team-Aufbau
  • Erste Assessments werden exzellent geliefert; Konversionsrate zu "SDF Blueprint"-Projekten >60%.
  • Erste/r strategische/r Mitarbeiter/in ("Spielertrainer", z.B. ehem. Werkleiter) ist eingestellt.
  • Cashflow Break-Even ist erreicht.
Q4 2026 Phase 4: Leuchtturm-Akquise
  • Mindestens ein "Blueprint"-Projekt wurde in ein mehrjähriges Co-Creation-Projekt (> 1,5 Mio. € p.a.) umgewandelt.
  • Das Plattform-Team (Tammo + 1 Entwickler) hat die Arbeit offiziell aufgenommen.

Finanzielle Hochrechnung (Bootstrapping Case)

Unsere Gründungsphilosophie ist die eines 'Phoenix Startups': Wir bauen auf der Erfahrung und dem Netzwerk der Gründer auf, um ein hochprofitables, kundenfinanziertes Unternehmen zu schaffen. Unser primäres Ziel ist nachhaltiges Wachstum durch exzellente Leistung, nicht durch externes Wagniskapital. Die folgende Hochrechnung stellt unseren operativen Bootstrapping-Plan dar.

KPIJahr 1 (2026)Jahr 2 (2027)Jahr 3 (2028)
Umsatzca. 0,6 Mio. €ca. 2,5 Mio. €ca. 5,5 Mio. €
Mitarbeiter3-48-1018-22
Leuchtturmkunden1 (unter Vertrag)2 (unter Vertrag)3-4 (unter Vertrag)

Finanzierungsstrategie: Das Unternehmen wird vollständig aus dem eigenen Cashflow finanziert (Bootstrapping). Externe Finanzierungsrunden sind explizit nicht Teil der initialen Strategie. Unternehmenswert wird durch Profitabilität und strategische Kunden-Assets geschaffen, nicht durch die Vorbereitung auf die nächste Finanzierungsrunde.

7.2 Offene Fragen & Agenda für die nächsten Workshops

Folgende Punkte müssen in den kommenden Diskussionen geklärt und entschieden werden:

  1. Finale, S.M.A.R.T.-formulierte Definition der Gründer-Meilensteine für das dynamische Vesting.
  2. Detaillierte Budget- und Liquiditätsplanung für die ersten 18 Monate.
  3. Definition des initialen ESOP-Pools (Empfehlung: 10% auf vollständig verwässerter Basis).
  4. Finalisierung des LoI und Planung der Vertragsverhandlungen mit Dr. Beitinger.

Anhang A: Gründerprofile im Detail

Die Stärke des Gründerteams liegt in der komplementären Kombination zweier Profile, die alle kritischen Erfolgsfaktoren eines industriellen Technologie-Ventures abdecken: Visionäre Produktentwicklung trifft auf bewiesene unternehmerische Exzellenz.

Gründer Profil & Kernkompetenzen
Tammo Schwindt (Der Architekt)

Tammo Schwindt ist der visionäre Technologe des Teams, der tiefgreifende Ingenieursexpertise mit strategischer Führung auf Konzernebene verbindet.

  • Vordenker mit Produkt-Fokus: Als Urheber des "Software-Defined Factory"-Konzepts bringt er die zentrale technologische Vision und das Kern-IP ein. Seine Fähigkeit, aus Technologie ein skalierbares Geschäftsmodell zu formen, demonstrierte er als Mitgründer von Cytroconnect bei Bosch Rexroth, wo er eine "Predictive Maintenance-as-a-Service"-Plattform entwickelte.
  • Architekt für Skalierung: Er verfügt über nachgewiesene Erfahrung in der Operationalisierung von unternehmenskritischen Transformationen im Milliarden-Maßstab. Diese belegte er sowohl im Aufbau komplett neuer Strukturen (Greenfield: Leitung der gesamten Operationalisierung eines 1,5 Mrd. Euro Joint Ventures) als auch in der Transformation komplexer Bestandsumgebungen (Brownfield: Verantwortung für eine der größten IT-Transformationen im MedTech-Sektor, inklusive der Überführung eines 500 Mio. Euro Vertrags).
  • Strategischer Unternehmensentwickler: Seine Kernaufgabe ist der Aufbau des Unternehmens als skalierbares Asset. Er gestaltet das interne Betriebssystem, treibt die Kultur und stellt die strategische Allokation von Kapital und Talent sicher, um den Unternehmenswert systematisch zu steigern.
Guido Wendt (Der Baumeister)

Guido Wendt ist der erfahrene Unternehmer des Teams, der den wiederholten Aufbau, die Skalierung und die Führung profitabler Technologie- und Beratungsunternehmen nachgewiesen hat.

  • Unternehmer mit Exit-Erfahrung: Er hat bewiesen, dass er nachhaltigen, realisierbaren Unternehmenswert schaffen kann. Als Gründer baute er die Konexus Consulting Group zur führenden Strategieberatung im Energie-Sektor auf und führte sie zu einem erfolgreichen Exit durch die Akquisition von Capgemini.
  • Baumeister der "Revenue Engine": Seine Expertise im Aufbau der kommerziellen Maschine eines Unternehmens – von Go-to-Market über Vertriebs-Playbooks bis zur P&L-Verantwortung – war die Grundlage für das profitable Wachstum und den Erfolg von Konexus.
  • Netzwerker mit Marktzugang: Er pflegt und nutzt ein tiefes C-Level-Netzwerk in der deutschen Industrie. Diese Kompetenz belegt er in seiner aktuellen Rolle, in der er das gesamte Geschäft mit dem Siemens-Konzern für Capgemini verantwortet und so strategische Partnerschaften auf höchster Ebene steuert.

Anhang B: Der Name Sodexus – Strategie und Fundament

Unser Name ist unser Programm

Der Name Sodexus wurde sorgfältig als strategisches Fundament für unsere Marke und Vision gewählt. Er erzählt unsere Geschichte in einem Wort:

  • Software-defined: Unser Kernprinzip – die Entkopplung von Hardware und Software als Schlüssel für Agilität.
  • x: Steht für "Everything" und symbolisiert unseren ganzheitlichen Ansatz über den gesamten Wertstrom.
  • us: Repräsentiert den Wandel vom starren "Operating System" (OS) zum kollaborativen Ökosystem, das wir gemeinsam mit unseren Kunden ("us") aufbauen.

Gleichzeitig ist der Name eine Hommage an die Konexus, die von Mitgründer Guido Wendt erfolgreich aufgebaut wurde, und steht damit für die Verbindung von technologischer Vision mit bewiesener unternehmerischer Exzellenz.


Solides rechtliches Fundament

Die Basis für den Markenaufbau ist professionell vorbereitet: Die zentralen Domains (sodexus.ai, sodexus.com, sodexus.de) sind bereits registriert und gesichert. Eine umfassende Recherche hat zudem bestätigt, dass keine bestehenden Markenrechte oder Unternehmensnamen im Handelsregister mit "Sodexus" kollidieren. Dies gewährleistet einen sauberen und rechtssicheren Markteintritt.